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| LRS - Aktuelles
An unserer nachmittäglichen Informationsveranstaltung am 9. Juli 2010
Intensivförderung von lese-rechtschreibschwachen
Grundschulkindern in Kleingruppen
referierten Frau Dipl.-Päd. Ursula DORSCH (Grundschullehrerin, Dyslexietherapeutin nach BVL) sowie Herr Prof. Dr. Erwin BREITENBACH, Humboldt-Universität zu Berlin.
links eine Auswahl der Fotos von der Veranstaltung, hier finden Sie noch weitere Fotos!
Projekt zur Intensivförderung von lese-rechtschreibschwachen Grundschulkindern in Kleingruppen
In der Johann Wilhelm Klein-Akademie Würzburg findet seit 2001 jährlich ein interdisziplinärer Fortbildungskurs zur Lese-Rechtschreibschwäche statt. Eines seiner Ziele ist die Verbesserung der Förderpraxis für gefährdete LRS-Kinder in der Primarstufe. Inzwischen haben über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diesen von der Regierung von Unterfranken unterstützten Kurs absolviert, etwa ein Sechstel davon hat im Rahmen einer Supervision drei selbständig und erfolgreich bearbeitete Fallstudien aus der eigenen Arbeit vorgelegt. In Unterfranken hat sich somit eine beachtliche Förderkompetenz auf diesem Spezialgebiet angesammelt, die im Bereich der Schule möglichst wirksam und kontrolliert eingesetzt werden sollte. Aus diesen Überlegungen heraus ist der Vorschlag einer Intensivförderung lese-rechtschreibschwacher Kinder in einer Kleingruppe erwachsen.
Die Intensivförderung von lese-rechtschreibschwachen Kindern ist ein Gemeinschaftsprojekt der Johann Wilhelm Klein-Akademie, der Universität Würzburg, der Humboldt-Universität zu Berlin, des Förderkreises der Don-Bosco-Berufsschule und der Stadt Würzburg.
Projektleitung:
Dr. Wolfgang Drave (Johann Wilhelm Klein-Akademie Würzburg)
Prof. Dr. Erwin Breitenbach (Humboldt-Universität zu Berlin)
Projektteam:
Ursula Dorsch (Grundschullehrerin und Dyslexietherapeutin nach BVL®)
Dr. Harald Ebert (Förderkreis der Don-Bosco-Berufsschule)
Dr. Petra Küspert (Würzburger Institut für Lernförderung)
Dr. Wolfgang Lenhard (Universität Würzburg)
Prof. Dr. em. Andreas Möckel (Universität Würzburg)
Dagmar Wehr (Grundschullehrerin)
Ziel der Intensivförderung:
Lese-rechtschreibschwache Kinder sollen die Gelegenheit erhalten, ohne den Stress der Konkurrenz überlegener Mitschüler und ohne den Druck der Stoffbewältigung im Klassenunterricht den Schriftspracherwerb noch einmal und mit möglichst wenigen Fehlern zu wiederholen (0-Fehler-Grenze). Hierbei fassen sie am eigenen Erfolg wieder neuen Mut zum Umgang mit der Schrift und können an die durchschnittlichen Leistungen in ihrer Stammklasse herangeführt werden.
Inhalte der Intensivförderung:
Zur intensiven und kompakten Förderung werden fünf bis acht lese-rechtschreibschwache Grundschulkinder aus der Stadt Würzburg für die Dauer von drei Monaten vom Besuch des Klassenunterrichts befreit, um sich stattdessen in einer Kleingruppe intensiv jeden Tag zwei bis drei Stunden lang in der phonologischen Bewusstheit, in der Phonem-Graphem-Korrespondenz, im Silbenlesen und in der Segmentierung sowohl beim Schreib- als auch beim Lesevorgang zu üben und Hilfen wie ein phonomimisches System ("Silbentanzen", "Schwingen") einzusetzen. Als zentrales und grundlegendes Förderprogramm ist die "lautgetreue Rechtschreibung" nach Reuter-Liehr vorgesehen. In weiteren Stunden werden Inhalte aus den Fächern Mathematik und Sachkunde laut vorliegendem Lehrplan unterrichtet.
Mit einer ausführlichen Fehleranalyse werden für die einzelnen Kinder die individuellen Förderschwerpunkte bestimmt. Die Durchführung der Intensivförderung entsprechend dieser individuellen Förderschwerpunkte wird durch ständige Kontrollen des Lernfortschrittes evaluiert.
Nach Erfahrungen in Schleswig-Holstein und Schweden wiegt der Gewinn für die Kinder, wenn sie im Lesen und im Rechtschreiben an die Klasse herangeführt werden können, wesentlich mehr als der Verlust an Lerninhalten, die von der Klasse in der Zeit ihrer Abwesenheit erarbeitet worden sind. |
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