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Prophylaxen
Mit Hilfe eines Power Point -Vortrages und praktischen Übungen werden Sie mit, im Blindeninstitut häufig notwendigen, prophylaktischen pflegerischen Handlungen vertraut gemacht. Im Einzelnen beschäftigt sich die Fortbildung mit folgenden Prophylaxen:
Dekubitusprophylaxe:
Ein Dekubitus (Druckgeschwür) entsteht durch länger andauernden Druck auf die Haut und das darunterliegende Gewebe. Durch diese Druck- u. Zeiteinwirkung werden die kleinen Gefäße im Gewebe zusammengepresst, die Versorgung unterbrochen (=Ischämie) und es kommt zur Hautschädigung. Besteht die Minderversorgung weiter, kommt es zum Zelltod des Gewebes (Nekrose), der oft nur durch eine oberflächliche Rötung zu erkennen ist.
Thromboseprophylaxe:
Unter einer Thrombose versteht man die Bildung eines Blutpfropfens in einem Blutgefäß, der das Gefäß ganz oder teilweise verschließt. Unter der Thromboseprophylaxe wird die Prophylaxe einer tiefen Beinvenenthrombose verstanden. Ihre gefürchtetste Komplikation ist die Lungenembolie.
Kontrakturprophylaxe:
Eine Kontraktur ist eine fehlerhafte Gelenkstellung infolge einer Inaktivität des Bewegungsapparates (Gelenke, Bänder, Sehnen, Muskeln). Ein Ausgleich dieser Fehlstellung ist dann weder aktiv, also vom Betroffenen selbst, noch passiv, also mittels gezielter Übungen eines Therapeuten, möglich.
Soor- u. Parotitisprophylaxe:
Soor: In der Mundhöhle existieren sowohl Hefepilze als auch mehr als 500 Bakterienarten. Da sich Hefepilze und Bakterien in ihrem Wachstum gegenseitig hemmen, entsteht ein Gleichgewicht. Weder Pilze noch Bakterien können sich ungebremst vermehren. Dieses Gleichgewicht kann durch externe Einflüsse gestört werden.
Ein weiterer Faktor bei der Entstehung von Soor ist mangelnde Mundpflege insbesondere bei schwerstpflegebedürftigen, bei dementen oder bei sedierten Bewohnern. In der Folge nehmen die Hefepilze überhand. Es entsteht Soor, also eine Pilzerkrankung (Mykose) der Schleimhäute im Mund oder in der Speiseröhre.
Parotitis: Ein Mensch verfügt über drei Speicheldrüsenpaare: die Ohrspeicheldrüsen, die Unterkieferspeicheldrüsen und die Unterzungendrüsen. Diese bilden kontinuierlich den Mundspeichel und geben ihn an die Mundhöhle ab, insbesondere bei der Nahrungsaufnahme. Durch den kontinuierlichen Speichelfluss werden Bakterien aus den Ausführungsgängen herausgeschwemmt, noch bevor sie in die Drüsen eindringen können. Wenn die Speichelsekretion gehemmt wird, fällt diese Schutzfunktion weg. "Parotitis" bezeichnet eine Entzündung der Ohrspeicheldrüse (Glandula parotidea).
Da Soor und Parotitis durch ähnliche Faktoren ausgelöst oder begünstigt werden, sind beide in einem Prophylaxestandard zusammengefasst.
Kursleitung: Christian Trunk, Krankenpfleger und Dipl. Sozialpädagoge (FH); Reiner Hartmann, Dipl. Med. Päd. (Univ.);
Termin: Freitag, 08.12.17, 14:00 – 18:00 Uhr
Dauer: 4 Stunden
Ort: Blindeninstitut Würzburg, Haus 5
Anmeldeschluss: 08.11.17