W22
Pädagogisches Handeln im interkulturellen Kontext –
Auch in der ambulanten und stationären Arbeit mit Menschen mit Behinderung spielt der Migrationshintergrund von Betroffenen und ihren Familien eine zunehmende Rolle. Sprachbarriere, unterschiedliche kulturelle Kontexte mit den zugehörigen Verhaltens-Codes, Fluchterfahrungen, unklarer rechtlicher Status u. ä. erzeugen bei allen Beteiligten Verunsicherung. In dieser Veranstaltung werden Hintergründe aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und Tipps zur Kontaktaufnahme gegeben.
Folgende Schwerpunkte werden gesetzt:
 I. Bedingungen im Herkunftsland für Familien mit Angehörigen mit Handicap
Erfahrungen von Betroffenen aus verschiedenen Ländern:
Gründe für Migration und Flucht; Förderung für Angehörige mit Handicap; Unterstützung der Familien; Bedeutung von Gesundheit und Behinderung in der muslimischen Community- verschiedene Erklärungsansätze;
II. Lebenssituation von Familien mit Migrationshintergrund in ihrer neuen Heimat Existenziell: Aufenthaltsstatus – sicherer oder unsicherer Status; Orientierung in einer fremden Kultur; Sprache, Schrift; Gesundheitssystem; Familienstruktur; Alltagsprobleme mit dem Umgang mit Anträgen und Formularen, amtlichen und offiziellen Schreiben; Doppelte Herausforderung für Familien mit behinderten Angehörigen; Barrierefreie Wohnungen; Arbeitssituation; Alleinerziehende Frauen; Gesundheitliche Situation, Depressionen, Überforderung, Überlastung; Diskriminierung im Alltag;
III. Situation in Nürnberg für zugewanderte Familien mit Angehörigen mit Handicap Zahlen und Fakten; - Beratungsstruktur, Beispiel TIM e.V.;
VI. Kontaktaufnahme zu Familien mit Migrationshintergrund – Tipps aus der Praxis
Wie wird mir der Zugang zu den Familien erleichtert? - Welche Erschwernisse, Hindernisse, Stolperfallen können mir begegnen? - Gibt es Türöffner, Verbündete und Netzwerke?
Neben Power-Point-Präsentation wird die Diskussion im Plenum, Gruppenarbeit mit eigenen Erfahrungen und Erlebnisse der Teilnehmerinnen aus ihrer täglichen Arbeit einen großen Raum einnehmen. Beispielsituationen aus der Beratungsarbeit, Konfliktsituationen und Lösungen werden wir gemeinsam bearbeiten.
Kursleitung: Annette Weigand-Woop, Dipl. Sozialpädagogin, seit 20 Jahren in der Migrationsarbeit bei TIM e.V., einer Beratungsstelle für Familien mit Zuwanderungsgeschichte und ihre Angehörigen mit Handicap sowie für ältere pflegebedürftige Migranten und Migrantinnen;
Termin: Samstag, 20.05.17, 09:00 – 15:00 Uhr
Dauer:6 Stunden
Ort: Blindeninstitut Würzburg, Haus 5
Anmeldeschluss: 07.04.17